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Highlights aus der Ausstellung

"Von Casablanca nach Karlshorst"

Sowjetisches Plakat zur Anti-Hitler-Koalition

Alex Keil

Moskau/Leningrad, 29. Juli 1944

Deutsches Historisches Museum, Berlin

 

„Es heult der Besessene. Er hört, wie die Stunde der nahen Vergeltung schlägt!“ – Der sowjetische Dichter Alexander Scharow unterstrich die Drohung auf dem Plakat mit einem Gedicht unter der Zeichnung. Das Plakat warb in der Sowjetunion für den gemeinsamen Kampf der Alliierten gegen das nationalsozialistische Deutschland.

Katze mit durchschossenem Ohr

Michail Sawin

Shisdra (Sowjetunion), 16. August 1943

Museum Berlin-Karlshorst

Liturgiebuch der russisch-orthodoxen Kirche

Kiew (heute Ukraine), 1845

Museum Berlin-Karlshorst, Foto: Thomas Bruns

 

In dem zerstörten Dorf Kosewitschi fand man diese drei Objekte nach dem Krieg. Allein in Belarus brannten die deutschen Besatzer mehr als 600 Dörfer nieder und ermordeten ihre Einwohner. Als Vorwand für diese Verbrechen von Wehrmacht, SS und Polizei an der Zivilbevölkerung dienten oftmals angebliche Partisanentätigkeiten.

Britische Broschüre zur Schlacht von Stalingrad

Großbritannien, 1943

Museum Berlin-Karlshorst

 

Die britische Broschüre wendete sich an deutsche Soldaten und Zivilisten mit dem Ziel der Demoralisierung. Bilder von Stalingrad und weiteren deutschen Niederlagen sollten die Botschaft verdeutlichen. Stalingrad sei der „Wendepunkt des Krieges“ und „die größte verlorene Stadt der deutschen Geschichte“ seit dem 15. Jahrhundert, resümiert die Broschüre.

Briefmarke „Keinen Schritt zurück!“

Post der UdSSR

Moskau/Krasnokamsk, April 1945

Museum Berlin-Karlshorst

 

Die sowjetische Briefmarke betont den Kampfesmut der Roten Armee. Die Losung „Keinen Schritt zurück!“ ging auf Stalins Befehl 227 von 1942 zurück. Er belegte die Kapitulation in der Schlacht mit der Todesstrafe. Der Großteil der flüchtenden Soldaten wurden zurück in die Schlacht geschickt, viele jedoch auch verhaftet oder erschossen.

Die Familie Antonow vor den Resten ihres niedergebrannten Hauses

Iwan Schagin

Melikowo, Gebiet Orjol (Sowjetunion), 1943

Museum Berlin-Karlshorst

 

Der Rückzug der deutschen Besatzungsmacht bedeutete für die sowjetische Zivilbevölkerung zusätzliches Leid. Die Zerstörungen, Plünderungen und Verschleppungen durch die deutschen Truppen verschärften die Nahrungsmittelknappheit. Viele Zurückgebliebene hungerten.

Karte des sowjetischen Soldaten Ilja Kogan

Sowjetunion, vor 1945

Museum Berlin-Karlshorst, Foto: Thomas Bruns

 

Der Rotarmist Ilja Kogan markierte auf seiner Karte den Weg seiner Einheit aus dem heutigen Polen bis nach Berlin. Er trug die riesige Karte in einem winzigen zusammengefalteten Stück bei sich, als er mit seiner Einheit in Richtung Berlin vorrückte. Jede Etappe zeichnete er mit einem roten Stift nach.

Abdruck einer Rotbuche mit den Inschriften sowjetischer Gefangener

Below, 1990er Jahre

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, Foto: Thomas Bruns

 

In einem improvisierten Lager im Belower Wald sammelte die SS ab dem 23. April 1945 mehr als 16.000 Häftlinge eines Todesmarsches aus dem KZ Sachsenhausen. Einige Gefangene ritzten ihre Namen oder Daten in die Rinde der Bäume. Die hellen Kunststoffreste stammen von einem rechtsextremistischen Anschlag auf die Gedenkstätte 2002.

Schmuck von Eugenia Kuzenko

Sowjetunion, vor 1944

Arolsen Archives, Bad Arolsen, Foto: Thomas Bruns

 

Auch das Schicksal von Eugenia Kuzenko konnte bisher nicht geklärt werden. Sie wurde am 1. Mai 1924 geboren. Ihren Schmuck fand die britische Armee 1945 bei der Befreiung des Lagers Neuengamme vor. Heute verwahren ihn die Arolsen Archives in Nordhessen. Dort werden die Verfolgungswege der Menschen recherchiert, zu denen persönliche Unterlagen vorliegen. Ziel ist es, Angehörige zu finden und ihnen die persönlichen Gegenstände zurückzugeben. Die Arolsen Archives gehören zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Plakat „Unterzeichnet…und so wird es sein!"

Nikolaj Dolgorukow

Sowjetunion, 1945

Museum Berlin-Karlshorst

 

„Unser unerschütterliches Ziel ist es, den deutschen Militarismus und Nazismus zu beseitigen. Krim 1945.“ – Das nach der Konferenz der Alliierten in Jalta im Februar 1945 entstandene Plakat nimmt den absehbaren Sieg vorweg. Ziel war die Unterzeichnung einer bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands. Dies fand in Reims am 7. Mai und in Berlin-Karlshorst in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 statt und beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa.