Offizierskasino der Pionierschule I
Berlin-Karlshorst am 8. Mai 1945
Museum Berlin-Karlshorst, Sammlung T. Melnik


Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
ehemaliges Offizierskasino der Pionierschule I
Museum Berlin-Karlshorst, 2001

Geschichte des Ortes

Am 8. Mai 1945 wurde in Berlin-Karlshorst mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. In der bis dahin blutigsten Auseinandersetzung der Geschichte fanden mindestens 50 Millionen Menschen den Tod. Das Streben der Nationalsozialisten nach Weltherrschaft endete in einer grenzenlosen Zerstörung, nicht zuletzt auch in Deutschland selbst. Besonders brutal wurde der Kampf zwischen den deutschen und sowjetischen Truppen geführt, sah doch die nationalsozialistische Ideologie die Vernichtung und Versklavung der slawischen Völker vor.

Das Gebäude wurde zwischen 1936 und 1938 als Offizierskasino der Pionierschule 1 der Wehrmacht errichtet. Ende April 1945 schlug im Kampf um Berlin die 5. sowjetische Stoßarmee unter Generaloberst Bersarin hier ihr Hauptquartier auf.

Nachdem am 7. Mai in Reims im Hauptquartier von General Eisenhower, dem Oberkommandierenden der westlichen Expeditionsstreitkräfte die Kapitulation mit einer ersten Unterzeichnung vollzogen wurde, ratifizierten hier in Karlshorst in der Nacht vom 8. zum 9. Mai Generalfeldmarschall Keitel, Generaladmiral von Friedeburg und Generaloberst Stumpff mit ihren Unterschriften die bedingungslose Kapitulation. Die Unterschriften nahmen Marschall Shukow als sowjetischer Oberkommandierender und der britische Air-Marschal und Stellvertreter Eisenhowers Sir Arthur Tedder für das westliche Hauptquartier entgegen, dazu als Zeugen der amerikanische General Spaatz und der französische General de Lattre de Tassigny. Diese Unterzeichnung beendete den Krieg in Europa, zugleich war es die Schnittstelle zwischen zwei Epochen der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Von 1945 bis 1949 war das Haus Sitz des Chefs der Sowjetischen Militäradministration. Am 10. Oktober 1949 verlieh hier General Tschuikow der ersten Regierung der DDR die staatliche Vollmacht. Von 1967 bis 1994 erinnerte ein Museum der sowjetischen Streitkräfte ("Museum der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945") in diesem Haus an den Sturm auf Berlin und die Kapitulation.