Juni 1941 – Der tiefe Schnitt
24 Biografien aus dem Krieg gegen die Sowjetunion

Wanderausstellung des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst in einer deutschen, einer russischen und einer englischen Version

Internationales Schülerprojekt zur Ausstellung: https://www.radiowaves.co.uk/germanrussianmuseum

Am 22. Juni 1941 – vor nunmehr 70 Jahren – begann unter dem Decknamen Unternehmen Barbarossa der Angriff der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten auf die Sowjetunion. Dieser Krieg unterschied sich in seinem Charakter grundsätzlich von den vorangegangenen Kriegen. Die deutsche Wehrmacht plante und führte ihn von Anfang an als Vernichtungskrieg und missachtete dabei völkerrechtliche Normen. Deutsche Kriegführung und Besatzungspolitik kostete 27 Millionen Sowjetbürgern das Leben, davon 14 Millionen Zivilisten. Kein anderes europäisches Land hat während des Zweiten Weltkriegs mehr Soldaten und Zivilisten verloren.

Aus diesem Grund hat sich der 22. Juni 1941 in das Gedächtnis von Russen, Weißrussen und Ukrainern tief eingebrannt. In Deutschland dagegen ist das Datum kaum bekannt – trotz der in den letzten Jahren verstärkt geführten Diskussion um die Verbrechen der Wehrmacht.Die Ausstellung „Juni 1941 – Der tiefe Schnitt“ wurde vom Deutsch-Russischen Museum Karlshorst vor 10 Jahren konzipiert und erstmals gezeigt. Dennoch hat sie nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren. Sie stellt 24 Menschen vor, für die der 22. Juni 1941 auf sehr unterschiedliche Weise zur biografischen Zäsur wurde. Menschen wurden zu Tätern, Opfern und Zuschauern. Exemplarisch zeigt sich so die Bandbreite von Schicksalen auf sowjetischer wie auch auf deutscher Seite.
Die Generationen, die uns heute noch aus eigenem Erleben über die Ereignisse berichten können, sterben langsam aus. Die Betroffenen hat der Krieg vielfach bis an ihr Lebensende geprägt. So berichtete der Sohn eines der in der Ausstellung Portraitierten jüngst, dass sein Vater bis zu seinem Tod 2010 immer wieder seine traumatischen Kriegserlebnisse niedergeschrieben habe.
Auch 70 Jahre nach dem 22. Juni 1941 ist es wichtig, die Erinnerungen lebendig zu halten. Aus diesem Grunde zeigt das Museum Karlshorst die Ausstellung „Der tiefe Schnitt“ ab Juni 2011 als Wanderausstellung in Deutschland, Russland, Belarus, der Ukraine und anderen europäischen Ländern. Dabei werden auch Möglichkeiten für pädagogische Projektarbeit eröffnet, u.a. in internationalen Kooperationen zwischen russischen und deutschen Jugendlichen.


Aktuell


Bei Interesse, die Wanderausstellung in Ihrem Hause zu zeigen, wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin
Dr. Cordula Gdaniec
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Tel.: +49 (0)30-501508-54

Vergangene Stationen der Ausstellung

Tscheljabinsk, Regionalmuseum: 27.08. - 03.10.2012
http://www.chelmuseum.ru/exhibitions/leto-41-go.-na-izlome/

Dokumentationszentrum Prora, Rügen: 21.09. - 07.12.2012
http://www.proradok.de/index.html

St. Petersburg, Museum für politische Geschichte Russlands: 15.6. bis 30.10.2011
http://www.polithistory.ru/vistavka/735-mezhdunarodnyy-proekt-posvyashchennyy-70-letiyu-napadeniya-nacistskoy-germanii-na


Stadtmuseum Riesa, Sachsen: 2.9. - 2.10.2011

Dokumentation Obersalzberg: 21.10.2011 - 04.03.2012
http://www.obersalzberg.de/sonderausstellungen0.html

Velikii Novgorod, Tsentr Dialog / Dom Fotografii: 11. - 27.11.2011

Korolev, Historisches Museum: 25.01. - 01.03.2012

Krefeld, Südbahnhof: 06.03. - 13.04.2012
http://www.werkhaus-krefeld.de/projekte-und-werkstaetten/1941-der-tiefe-schnitt/

Moskau, Zentrales Museum des Großen Vaterländischen Krieges: 20.03. - 15.04.2012
http://www.poklonnayagora.ru

Gdańsk, Museum des 2. Weltkriegs: 07.03. - 19.04.2012
http://www.muzeum1939.pl/?str=3&id=33


Jaroslawl, Stadtgeschichtliches Museum: 25.04. - 27.05.2012
http://museum.city-yar.ru/russian


Wolgograd, Panoramamuseum: 05.06. - 01.07.2012
http://www.stalingrad-battle.ru/index.php?option=com_content&view=article&id=822:-1941-&catid=4:2009-04-21-06-28-00&Itemid=6

Düsseldorf, Gerhart-Hauptmann-Haus: 23.04. - 10.06.2012
http://www.g-h-h.de/

Kasan, Nationalmuseum: 12.07. - 17.08.2012
http://tatar.museum.ru/news.asp?id=46483




Vergangene Wanderausstellungen


„Mascha + Nina + Katjuscha. Frauen in der Roten Armee 1941-1945"

Universitätsbibliothek Bochum
18. Januar bis 30. April 2012


Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Ruhr-Universität Bochum

Um den Kriegseinsatz von mehr als 800.000 Frauen in der Roten Armee ranken sich Schreckbilder und Mythen. Den Deutschen galten sie als „Flintenweiber", als herausragende Beispiele bedrohlicher Entartung. Nach dem Krieg wurden der Beitrag und die Erfahrungen der weiblichen Soldaten der Roten Armee in der offiziellen wie gesellschaftlichen Erinnerung der Sowjetunion weitgehend tabuisiert. So ist über ihren Kriegseinsatz und ihren Alltag bis heute nur wenig bekannt geworden. Die Ausstellung thematisiert Mythen wie Schreckbilder und setzt ihnen die vielschichtige Realität entgegen.

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8-24 Uhr
Sa 11-20 Uhr
So 11-18 Uhr

Eintritt frei

18. Januar 2012, 18 Uhr, Universitätsbibliothek:
Vernissage und Diskussion mit Kerstin Bischl (Berlin) und Olena Petrenko (Bochum) in Kooperation mit dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst, der Universitätsbibliothek, dem Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte sowie den Gender Studies der RUB




Rathausausstellung


Timofej Melnik
Nach Berlin!
Kriegsfotografie 1941-1945


Eröffnung am 6. Mai 2011, 15 Uhr

Ausstellung vom 9. Mai bis 1. Juli 2011

Begrüßung
Christina Emmrich
Bezirksbürgermeisterin
    
Erika Rathmann
VVN-BdA Lichtenberg
    
Einführung
Margot Blank
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Timofej Melniks Arbeiten dokumentieren die Kämpfe der Roten Armee, in denen er selber mehrmals schwer verwundet wurde. Seine Fotos zeigen vor allem Bilder zerstörter Städte: ganze Wälder gemauerter Schornsteine, die als einzige von niedergebrannten Holzstädten übrigblieben, die Millionenstadt Kiew in Trümmern - und schließlich Berlin in Schutt und Asche, voller Leichen. Daneben immer wieder die "offiziellen" Fotos von historischen Ereignissen, so von der Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde. Doch diese Bilder des sowjetischen Triumphes über den Feind sind nur ein Aspekt seiner Beziehung zu den Deutschen:
Wohl kein anderer der sowjetischen Kriegsfotografen hat auch das Elend der Besiegten in der Gefangenschaft, auf der Flucht und vor allem in Berlin im April und Mai 1945 so hautnah, präzise und mitunter nahezu mitfühlend dokumentiert wie Timofej Melnik.

1998 waren die Fotos von Timofej Melnik in Berlin zu sehen. Die Aufnahmen wurden von Historikern aus einem Moskauer Nachlass zu Tage befördert. Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst präsentierte sie erstmals der Öffentlichkeit. Sie liegen seitdem auch als Bildband vor (Timofej Melnik, Nach Berlin. Kriegsfotografie 1941-1945, Espresso Verlag, 1998).

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag von 8 – 18 Uhr
im Ratssaal* und in der 1.und 2. Etage

Rathaus Lichtenberg
10367 Berlin
Möllendorffstraße 6

Anfahrt:
S-Bahnhof Frankfurter Allee S Ring
U-Bahnhof Frankfurter Allee U 5
Straßenbahnlinien 16 , M 13




Wanderausstellung

Mascha, Nina und Katjuscha - Frauen in der Roten Armee

Eröffnung: 22.11.2010 | 17.30 Uhr
Universität Bielefeld
Universitätsgebäude (UHG), Universitätsbibliothek, C 1

Laufzeit der Ausstellung: 23.11.2010 bis 14.01.2011

Um den Kriegseinsatz von mehr als 800.000 Frauen in der Roten Armee ranken sich Schreckbilder und Mythen. Den Deutschen galten sie als „Flintenweiber“, als herausragende Beispiele bedrohlicher Entartung. Während der Kriegsjahre erschienen Frauen fast ausschließlich als Helferinnen des kämpfenden Mannes. Nach dem Krieg wurden der Beitrag und die Erfahrungen der weiblichen Soldaten der Roten Armee in der offiziellen wie gesellschaftlichen Erinnerung der Sowjetunion weitgehend tabuisiert. So ist über ihren Kriegseinsatz und ihren Alltag bis heute nur wenig bekannt geworden. Die Ausstellung thematisiert Mythen wie Schreckbilder und setzt ihnen die vielschichtige Realität entgegen. Das Thema der Frauen an der Front bezieht sich nicht nur auf eine fremde Gesellschaft in einer fernen Vergangenheit. Heutzutage tun Frauen in vielen Armeen dieser Welt Dienst; so auch in der Bundeswehr. Der Kriegseinsatz von Frauen in der Roten Armee war der konsequenteste Vorläufer dieser Entwicklung.

Eine Kooperation mit der Fakultät für Philosophie, Theologie und Geschichtswissenschaft, Abt. Geschichtswissenschaft sowie der Universitätsbibliothek der Universität Bielefeld.